IKSR – Internationale Kommission zum Schutz des Rheins

Mandat für die Arbeitsgruppe „Gewässerqualität/Emissionen“ (AG S) 2016 - 2021

Auf Basis der Zielsetzungen des Programms „Rhein 2020“ im Rahmen des Übereinkommens zum Schutz des Rheins sowie zur koordinierten Umsetzung stoffbezogener EU-Richtlinien (WRRL, UQN, Grundwasser, Meeresstrategierahmenrichtlinie (MSRL, sofern Belange der Flussgebietseinheit Rhein betroffen sind) in der internationalen Flussgebietseinheit (IFGE) Rhein (Teil A) ist die Arbeitsgruppe Gewässerqualität/Emissionen (AG S) zuständig für die:


a.    Datensammlung, Bewertung und Darstellungen zur Entwicklung der chemischen Gewässerqualität in der internationalen Flussgebietseinheit Rhein;
b.    Regelmäßige Fortschreibung der Bestandsaufnahme von chemischen Gewässerbelastungen;
c.    Zusammenstellung fachlicher Grundlagen für Entscheidungen auf internationaler Ebene;
d.    Informationsaustausch über Maßnahmen von Bedeutung für die IFGE Rhein und Berichterstellung über deren Umsetzung einschließlich Informationsaustausch über den Warn- und Alarmplan Rhein.

Die Vorsitzende der AG S berichtet der Strategiegruppe SG und/oder der kleinen Strategiegruppe SG-K regelmäßig über den Stand der Aufgabenerledigung und über eventuell auftretende Probleme.
Dieses Mandat ergibt für die AG S folgende Arbeitsthemen:

I.    Überwachung, Fortschreibung, Koordinierung, Auswertung und Darstellungen des physikalisch-chemischen und chemischen Zustandes der Oberflächengewässer (Gewässernetz IFGE Rhein > 2.500 km²) und des chemischen und mengenmäßigen Zustands des Grundwassers

•    Jährliche Fortschreibung des Rheinmessprogramms Chemie;
•    Koordinierung der Überblicksüberwachung gemäß EU-Wasserrahmenrichtlinie;
jeweils unter Berücksichtigung neuer Entwicklungen (z.B. Klimawandel, Umsetzung der Maßnahmenprogramme gemäß WRRL, neue Stoffe, Anforderungen aufgrund der MSRL);
•    Koordinierung der Durchführung des Rheinmessprogramms Chemie und Sicherstellung der Kohärenz der Überblicksüberwachung (EU-WRRL und MSRL) einschließlich der Datenlieferung und –zusammenstellung;
•    Durchführung der Auswertung (inklusive Plausibilitätskontrolle) des  Rheinmessprogramms Chemie und Prüfung der Kohärenz der Ergebnisse der Überblicksüberwachung;
•    Sicherstellung der Vergleichbarkeit der Messergebnisse für Stoffe, für die es keine genormten Verfahren gibt;
•    Erarbeitung von kartografischen und tabellarischen, kohärenten Darstellungen zur physikalisch-chemischen Wassergüte im Rhein, seinen Nebenflüssen, den Übergangs- und Küstengewässern sowie zum mengenmäßigen und chemischen Grundwasserzustand und zum Ist-Soll-Vergleichs zum Rheinmessprogramm Chemie;
•    Erarbeitung der Berichtsbeiträge zum Oberflächengewässer- und Grundwasserzustand für den 3. Bewirtschaftungsplan 2021.

II.    Auswirkungen des Klimawandels

•    Informationsaustausch in Bezug auf die Auswirkungen des Klimawandels sowie Erarbeitung von Beiträgen zu Anpassungsstrategien, bezogen auf die physikalisch-chemische Gewässerqualität;

III.    Warn- und Alarmplan

Sicherstellung der ständigen Funktionsfähigkeit des Warn- und Alarmplans Rheins, unter anderem anhand von Probealarmübungen;
•    Ständige Verbesserung des Warn- und Alarmplans Rhein;
•    Neu- oder Weiterentwicklung des Rheinalarmmodells;
•    Weiterentwicklung des WAP Rhein in ein Internet kompatibles System (Web-WAP) (inklusive Verknüpfung mit WAP Mosel über R4);
•    Weiterentwicklung WAP Rhein für neue bzw. unbekannte Stoffe;
•    Regelmäßige Darstellungen über die Meldungen im Rahmen des WAP.

IV.    Vor- und Nachsorge bei außergewöhnlichen Verschmutzungen

•    Zusammenarbeit mit der ZKR bzw. dem CDNI mit dem Ziel der Erarbeitung von Empfehlungen zur Minderung von absichtlich oder unabsichtlich erfolgten Verlusten von verunreinigenden Stoffen aus der Binnenschifffahrt;
•    Austausch über den Warn- und Alarmplan über festgestellte Verschmutzungen und neu gefundene Stoffe.

V.    Bestandsaufnahme der Belastungen, Informationsaustausch über die Umsetzung der Maßnahmenkonzepte mit Bedeutung für die IFGE Rhein (> 2500 km²) sowie der Empfehlungen

•    Aktualisierung der Bestandsaufnahme nach EU-WRRL und Rheinübereinkommen zu physikalisch-chemischen Belastungen der Gewässer im Rheineinzugsgebiet aus punktuellen und diffusen Quellen (einschließlich Wärme und Mikroverunreinigungen) sowie zu Belastungen der Sedimente und Biota;
•    Aktualisierung der Bestandsaufnahme nach EU-WRRL und Rheinübereinkommen zur mengenmäßigen und chemischen Belastung des Grundwassers;
•    Fertigstellung der Strategie für Mikroverunreinigungen;
•    Bilanz über festgestellte Entwicklungen im Bereich Mikroverunreinigungen und Prüfung gemeinsamer Maßnahmen.

Arbeitsweise

Die AG S arbeitet mit sechs Expertengruppen:
Die Expertengruppe „Warn- und Alarmsystem Rhein“ (EG SAPA) bearbeitet folgende Aufgaben
o    Sicherstellung der ständigen Funktionsfähigkeit des Warn- und Alarmplans Rheins;
o    Ständige Verbesserung und Aktualisierung des Warn- und Alarmplans Rhein.

Die Expertengruppe „Monitoring“ (EG SMON) befasst sich mit der
o    Fortschreibung, Plausibilisierung der Daten, Koordinierung, Durchführung der  Auswertung und der kartografischen, tabellarischen und kohärenten Darstellung des Rheinmessprogramms Chemie sowie der Überblicksüberwachung nach EU-WRRL (inklusive Watchlist);
o    Fortschreibung der Rheinstoffliste.

Die Expertengruppe „Analytik“ (EG SANA) befasst sich mit der
o    Koordination im Bereich der Non-Target Analytik.
o    Sicherstellung der Vergleichbarkeit der Messergebnisse für Stoffe, für die es keine genormten Verfahren gibt.

Die Expertengruppe „Kontamination von Biota“ (EG SCON) befasst sich – bei Bedarf - mit der
o    Plausibilisierung der Daten, Koordinierung, Auswertung und Fortschreibung, des Rheinmessprogramms zur Kontamination von Fischen

Die Expertengruppe „Diffuse Einträge“ (EG SDIF) befasst sich bis Ende 2016 mit
o    der Fertigstellung der Strategie für Mikroverunreinigungen aus anderen (diffusen) Quellen anhand des Beispiels der Pestizide.

Die Expertengruppe „Grundwasser“ (EG GW) befasst sich - bei Bedarf - mit der kartografischen und tabellarischen, kohärenten Darstellung des
o    mengenmäßigen Grundwasserzustandes gemäß WRRL
o    chemischen Grundwasserzustandes gemäß WRRL.

Die Expertengruppe SEMI wird erst 2018 reaktiviert.
Die Expertengruppe „Emissionen“ (EG SEMI) befasst sich – ab 2018 - mit der emissionsseitigen Bilanzierung der
o    Schadstoffeinträge aus Punktquellen und diffusen Quellen
o    Nährstoffeinträge aus Punktquellen und diffusen Quellen.