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Prioritäre Stoffe der IKSR

Die Stoffe, die für Mensch und Umwelt so gefährlich sind, dass für ihre Verringerung vorrangiger Handlungsbedarf besteht, wurden von der IKSR im Rahmen des Aktionsprogramms Rhein (APR) und von der EU in der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) als sogenannte prioritäre Stoffe zusammengefasst.

Im Rahmen des Aktionsprogramms Rhein 1987 - 1995 waren für rund 60 prioritäre Stoffe Reduzierungen von 50 Prozent, für einige Schwermetalle von 70 Prozent festgelegt worden. Für die meisten Stoffe und Stoffgruppen konnten die vorgesehenen Reduzierungen erreicht, in einigen Fällen sogar weit überschritten werden. Die positiven Auswirkungen im Gewässer zeigen sich auch bei dem Vergleich der Messwerte mit den Zielvorgaben der IKSR.

Vergleich der Umweltqualitätsnormen und Zielvorgaben mit den Messwerten
Zeitspanne des Berichtes

Bericht  Nr.:

2013 bis 2014239
2009 bis 2012220
1990 bis 2008193
1990 bis 2006180
1990 bis 2004159
1990 bis 2001143
1990 bis 2000123

Beispiele für prioritäre Stoffe

Pestizide aus der Landwirtschaft, zum Beispiel Herbizide, Insektizide und Fungizide, werden mit dem Regen aus Böden ausgewaschen oder vom Boden abgespült und geraten oft beim Reinigen und Befüllen der Spritzgeräte über den Gully in die Gewässer. Beim Ausbringen in der Landschaft können Biozide mit dem Wind verdriftet werden. Einige Pestizide werden auch auf versiegelten Flächen angewandt und bei Regen abgespült.

Mehrere prioritäre Pestizide sind in verschiedenen IKSR-Staaten inzwischen verboten. Die Anwendung mancher zugelassenen Stoffe wurde eingeschränkt. Die ursprüngliche Liste der prioritären Stoffe enthielt nur einige der Pestizid-Wirkstoffe, die aus der Landwirtschaft und anderen Bereichen in die Gewässer gelangen. Einige, zum Beispiel Diuron, wurden 2000 neu aufgenommen.

Diuron ist ein langlebiges Herbizid, das als Pflanzenschutzmittel nur noch in der Schweiz, als Biozid jedoch auch in den übrigen Mitgliedstaaten der IKSR zugelassen ist. Nach der Anwendung als Entkrautungsmittel auf befestigten Flächen, zum Beispiel Höfen und Parkplätzen, wird es vom Regen in die Kanalisation gespült und gelangt über Klärwerke in die Flüsse.

Fenitrothion ist ein Insektizid, das auch beim Brandunfall in Schweizerhalle 1986 in den Rhein gelangte und für viele Wasserorganismen giftig ist. Organophosphate wie Fenitrothion wirken als Nervengift. Schon niedrige Konzentrationen im Wasser verändern Nahrungssuche und Lernverhalten von Lachsfischen.

Lindan ist ein Insektizid, das vor allem in der Land- und Forstwirtschaft angewandt wurde. Es bewirkt Funktionsstörungen in den Nervenbahnen von Insekten. Die Substanz ist schwer abbaubar und reichert sich wegen Ablagerung im Fettgewebe über die Nahrungsketten an. Die geschätzte Jahresfracht des Rheins im Jahr 2000 betrug 120 Kilogramm.