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Temperatur

Die längerfristigen Beobachtungen der mittleren und höchsten Wassertemperaturen im Rhein deuten auf ein Ansteigen der Wassertemperaturen hin. Bereits 1989 bekräftigten deshalb die zuständigen Minister der Rheinanliegerstaaten in einer gemeinsamen Erklärung, den Rhein vor Erwärmung zu schützen.

Im Sommer 2003 haben eine ausgeprägte Hitzeperiode und die niedrige Wasserführung zu einer außerordentlichen Erwärmung des Rheins und seiner Nebenflüsse geführt. Am Hochrhein wurden 26°C und auf der restlichen Rheinstrecke bis in die Niederlande Temperaturen über 28°C erreicht.

Der IKSR-Bericht 209 beschreibt die Entwicklungen der Rheinwassertemperatur in der letzten 30 Jahren. Mögliche Auswirkungen von Änderungen der Wassertemperatur auf die aquatische Lebensgemeinschaft werden in IKSR-Bericht 204 beschrieben. 

Die bisherigen Untersuchungen zur langjährigen Entwicklung der Rhein-wassertemperaturen belegen, dass die Wassertemperaturen deutlich mit der Entwicklung der Lufttemperaturen im Rheineinzugsgebiet zusammenhängen. Besonders hohe Lufttemperaturen wie zum Beispiel in den Sommern 2003 und 2006 sowie im April 2007 spiegeln sich in den Wassertemperaturen.

Die Wassertemperatur steigt im Mittel von 1978 bis 2011 um rund 1°C bis 1.5 °C an. Die Wassertemperatur steigt aber nicht kontinuierlich über diesen Zeitraum an, sondern erfolgt im Wesentlichen aus einem Anstieg in den Jahren 1987-1989. Dieser Anstieg wird mit der in diesem Zeitraum besonders stark ausgeprägten so genannten Nordatlantischen Oszillation (NAO) erklärt. Dies sind große Luftdruckunterschiede im Nordatlantik, die dazu führen, dass insbesondere im Winter verstärkt warme Meeresluft nach Westeuropa einströmt.

Regional begrenzt tragen Wärmeeinleitungen durch Kraftwerke zur weiteren Erhöhung über die natürliche Wassertemperatur bei. Rund 60 % der großen genehmigten Wärmeinleitungen in den Rhein erfolgten bis 2010 auf einem kurzen Stück des Oberrheins zwischen Karlsruhe und Worms. Die Temperaturerhöhung bis Mainz ist im Wesentlichen auf die Wärmeeinleitungen auf dieser Strecke sowie zu einem geringen Anteil auf die natürliche Erwärmung zurückzuführen. Die tatsächlich gemessene mittlere Temperaturerhöhung bei Mainz liegt bei rund 1,4°C und verringert sich weiter bis Koblenz auf rund 1°C.

Während die großen Nebenflüsse Neckar, Main und Mosel, überwiegend zu einer geringen Entlastung in den Winter- und Herbstmonaten beitragen ist in den Sommermonaten keine Entlastung messbar.
Die Anzahl der Tage, an denen die Wassertemperatur von 22 °C oder 25 °C überschritten war, nahmen im vergangenen Jahrzehnt, im Vergleich zu den beiden Jahrzehnten vorher, deutlich zu.