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Industrie

Der Ausbau des Rheins zur Wasserstraße und der Bau von Häfen, Eisenbahntraßen und Straßen machten das Rheintal seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu der Verkehrsachse, die es heute ist. Aus der großen gewerblichen Vielfalt mit der Textilindustrie als Vorreiter ragten zwei Leitindustrien am Rhein hervor: die Schwerindustrie und die chemische Industrie. Letztere entwickelte sich oft aus Färbereien, die Zulieferer für die Textilindustrie waren. Dazu kamen die Betriebe, die Stoffgemische durch Reinigung und Stofftrennung zu höherwertigen Produkten verarbeiten (Raffinerien). Zum wichtigen Standortfaktor wurde der Rhein vor allem für die chemische Industrie, weil er Rohstoffe und Produkte transportieren, Kühl- und Brauchwasser liefern und Abwasser entsorgen konnte. Unter den großen internationalen Flusseinzugsgebieten hat das Rheineinzugsgebiet daher mit die höchste Industriedichte der Welt.

Im Rheineinzugsgebiet erwirtschaften Europas wichtigste Industrie- und Chemiebetriebe jährlich ca. 550 Milliarden Euro. Neben der Industrie hat sich der Dienstleistungsbereich in den letzten Jahrzehnten erheblich entwickelt.

Lange Zeit waren die hohen Belastungen der Gewässer durch Einleitungen von Schad- und Nährstoffen aus industriellem Abwasser ein Problem. Sie konnten seit Ende der 1970er Jahre erfolgreich reduziert werden, so dass sich die Wasserqualität des Rheins und vieler seiner Nebengewässer trotz der sehr hohen Industriedichte deutlich verbessert hat. Die industriellen Einleitungen wurden sogar im Verhältnis zu den Einträgen aus der Landwirtschaft stärker verringert. Das ist vor allem auf die vorbildliche Zusammenarbeit aller Staaten bei der Umsetzung des Aktionsprogramms Rhein der IKSR zurückzuführen.

1988 hatten die zuständigen Rheinminister unter anderem auch Maßnahmen zur Lagerung gefährlicher Stoffe und zum Bau von Löschwasserrückhaltebecken festgelegt, um insbesondere die Störfallvorsorge und Anlagensicherheit im Rheineinzugsgebiet voranzutreiben.

Störfälle in Industrieanlagen können zu weitreichenden grenzüberschreitenden Auswirkungen im Rhein – insbesondere zur Einschränkung seiner Nutzung zur Gewinnung von Trinkwasser oder Brauchwasser - sowie zur Schädigung der Lebewesen im Rhein  führen. Seit der Umsetzung der Empfehlungen zur Störfallvorsorge und Anlagensicherheit sind keine in ihrer Wirkung grenzüberschreitenden Störfälle mehr aufgetreten. Wie die Analyse der Meldungen im Rahmen des Warn- und Alarmplans zeigt, hat sich die Zahl der durch die Industrie verursachten Meldungen am Rhein mittlerweile erheblich verringert.

Wussten Sie ...

dass es sechs wirtschaftliche Ballungszentren am Rhein gibt?

Die große Anzahl der wirtschaftlichen Ballungszentren verdeutlicht die guten logistischen Möglichkeiten, die der Rhein als Schifffahrtsstraße und die parallel verlaufenden Eisenbahnlinien und Autobahnen bieten.

Diese Standortvorteile nutzen vor allem Betriebe aus dem Bereich der Schwerindustrie und chemischen Industrie.