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Geschichte - Bilanz des Aktionsprogramms (1986 - 2000)

Vorläufer des Programms „Rhein 2020“ war das „Aktionsprogramm Rhein“, das 1987 von der IKSR als umfassendes Sanierungsprogramm ins Leben gerufen worden war. Ein Jahr zuvor war der Rhein durch einen Chemieunfall vergiftet worden, wodurch Fische und Kleintiere von Basel bis Koblenz starben.

Im Jahr 2000 hat das Aktionsprogramm Rhein seine Laufzeit beendet. In der Bilanz zeigte sich, dass es seine Ziele größtenteils erreicht oder sogar übertroffen hat.

  1. Die Wasserqualität hat sich stark verbessert, weil weniger verunreinigte Abwässer in den Rhein geleitet werden. Im Klartext: Die punktförmigen Einleitungen der meisten als besonders dringlich zu beseitigenden Schadstoffe sanken zwischen 1985 und 2000 um 70 bis 100 Prozent. Der Anschlussgrad von Kommunen und Industrie an Kläranlagen stieg von 85 auf 95 Prozent an. Problematisch bleibt der Stickstoff, der aus landwirtschaftlichen Böden diffus in die Rheinzuflüsse sickert und die Nordsee düngt. Einige Schadstoffe, z.B. manche Schwermetalle und Pestizide, haben die hochgesteckten Zielvorgaben der IKSR noch nicht erreicht.
  2. Die Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen sind erheblich zurückgegangen, weil die Betriebe am Rhein besser gegen Störfälle gerüstet sind. Sie haben die Empfehlungen der IKSR zur Störfallvorsorge und Anlagensicherheit umgesetzt.
  3. Die Tierwelt im Rhein hat sich erholt. Rheinfische außer Aale sind wieder essbar. Mit 63 Arten ist die Fischfauna des alten Rheins fast komplett, es fehlt nur der Stör. Dank neu gebauter Fischpässe an den Wehren können heute Wanderfische, z.B. Lachs und Meerforelle, von der Nordsee bis in den Oberrhein und einige Nebenflüsse im Elsass und im Schwarzwald aufsteigen und dort laichen. Basel ist für die Fische aber noch nicht erreichbar. Die Artenvielfalt der Kleintiere, z.B. von Schnecken, Muscheln und Insekten, hat zugenommen, wenn auch Anspruchslose und Neueinwanderer oft überwiegen

Der Rhein und sein Einzugsgebiet