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Lachswiederansiedlung auf gutem Weg

Koblenz, 29. April 2010

Viel internationalen Zuspruch hat der am 27. und 28. April 2010 beim Regierungspräsidium Freiburg für die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) veranstaltete Workshop „Masterplan Wanderfische Rhein“ erfahren. Die mehr als 90 Experten/innen haben ihr Wissen über laufende und mögliche Maßnahmen ausgetauscht, die vielfach verbauten Gewässer wieder für Wanderfische wie den atlantischen Lachs passierbar zu machen und seine Lebensräume zu verbessern. Dazu enthält der „Masterplan Wanderfische Rhein“ (Fachbericht Nr. 179 unter www.iksr.org ) bereits Maßnahmen.
Vorrangige spezifische Maßnahmen sind: ein verbesserter Zugang vom Meer über die Haringvlietschleusen in den Rhein und zu den Lachshabitaten in den Oberrheinzuflüssen sowie eine bessere Umsetzung des Lachsfangverbotes im gesamten Rheineinzugsgebiet. 

Der Workshop hat deutlich gemacht, dass die Akteure vor Ort konkretere Vorgaben benötigen, um den Masterplan erfolgreich umsetzen zu können. So sollen Strategien zur Optimierung der Durchgängigkeit an bestehenden Anlagen entwickelt werden und Pilotanlagen zum Schutz der Fische beim Abstieg die Kenntnisse erweitern.

Die ungünstigen Auswirkungen für den Fischlebensraum durch mehrere aufeinanderfolgende Wasserkraftanlagen sollen unter Einbeziehung des gesamten Nebenflussgebietes berücksichtigt werden. Über die erforderlichen guten Voraussetzungen für die Lachswiederansiedlung in den Rheinnebenflüssen, wofür sich über 1000 Hektar in den sog. Programmgewässern eignen, wollen sich die Experten/innen künftig enger austauschen.

Zudem soll die Bevölkerung, insbesondere Angler, über das Lachsfangverbot in allen Rheinstaaten informiert werden.

Anschaulich wurden diese Fragstellungen bei einer Exkursion am Dienstagnachmittag an Elz, Dreisam und Leopoldskanal, wo Beispiele in der Praxis für die Wiederherstellung der Passierbarkeit vorgestellt wurden. Dieses für Lachse geeignete Gewässersystem wird in den nächsten Jahren über neue  Fischpässe an den Rheinstaustufen Straßburg und Gerstheim wieder zugänglich gemacht werden.

Vertreter des Landesfischereiverbandes Baden als Träger des Lachswiederansiedlungsprogramms und von RegioWasser e.V. haben im Beisein der internationalen Experten Junglachse in die Elz eingesetzt.

Weitere Informationen
Internationale Kommission zum Schutz des Rheins  (IKSR)
Anne Schulte-Wülwer-Leidig
Tel. +49-(0)261-94252-19
Mobil  +49-171-322 65 82

Kurzinformation
In der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) arbeiten die Rheinanliegerstaaten Schweiz, Frankreich, Deutschland und Niederlande sowie Luxemburg und die Europäische Gemeinschaft auf der Basis eines völkerrechtlichen Übereinkommens zum Schutz des Rheins zusammen. Dem Präsidenten und den Gremien der IKSR steht ein international besetztes Sekretariat mit Sitz in Koblenz (Deutschland) zur Seite. Darüber hinaus unterstützt das Sekretariat die Staaten im Rheineinzugsgebiet, die die europäische Wasserrahmenrichtlinie (2000/60/EG) und die europäische Hochwasserrisikomanagementrichtlinie (2007/60/EG) umsetzen. Die grenzüberschreitende Kooperation wurde zu diesem Zweck auf die Staaten Österreich, Liechtenstein und die belgische Region Wallonien ausgeweitet. Die Arbeitssprachen der IKSR sind Deutsch, Französisch und Niederländisch. Detaillierte Informationen zur IKSR finden Sie auf der IKSR-Website www.iksr.org.