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60 Jahre internationaler Gewässerschutz am Rhein - Festkolloquium im Mainzer Kurfürstlichen Schloss

Koblenz/Mainz, 29./30. Juni 2010

Mehr als 250 Vertreter/innen der Wasserwirtschaft aus den IKSR-Staaten Schweiz, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden, Deutschland und anderen Staaten im Rheineinzugsgebiet feiern am Mittwoch, 30. Juni 2010, 60 Jahre erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit für den Schutz des Rheins. Im Festkolloquium im Mainzer Schloss wird zurück geblickt, Bilanz über sechs Jahrzehnte gezogen und ein Blick in die Zukunft geworfen.

Am 11. Juli 1950 fand auf Initiative der Niederlande die erste Tagung der "Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins vor Verunreinigung" in Basel statt, um das Problem der Wasserverschmutzung des Rheins erstmals grenzüberschreitend anzusprechen. Vertreter aus Frankreich, Deutschland, Luxemburg, der Schweiz und den Niederlanden arbeiten seitdem eng zusammen und haben sich den großen Herausforderungen - wie seinerzeit dem Sandoz-Unfall im November 1986 und den Jahrhunderthochwassern 1993 und 1995 - gestellt. Die Aktionsprogramme am Rhein mit deutlichen Sanierungserfolgen haben bewiesen, was gemeinsames grenzüberschreitendes Vorgehen bewirken kann. Zurzeit läuft die Umsetzung des Programms „Rhein 2020“ einschließlich des Aktionsplans Hochwasser, wobei die seinerzeit formulierte Zielsetzung heute hervorragend durch das geltende EU-Recht unterstützt wird:

  • Für die Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit (Auf- und Abwärtswanderung) stehen jetzt Maßnahmen an den Haringvlietschleusen und neue Fischpässe an den Oberrheinstaustufen Straßburg und Gerstheim und vielen weiteren Gewässern an; zudem wird das ehemals vorhandene Netz rheintypischer Biotope (Biotopverbund) durch Reaktivierung von Überschwemmungsauen und mehr als 30 wieder angeschlossene Altarme nach und nach verbessert;
  • Mögliche Hochwasserschäden in der Rheinniederung und extreme Hochwasserspitzen werden bis 2020 - z.B. durch Schaffung von Rückhalteräumen – deutlich vermindert;
  • Die Wasserqualität wird sich über laufende Maßnahmen noch weiter verbessern; zurzeit geraten zudem neue Stoffe ins Blickfeld wie etwa Körperpflegemittelrückstände, Arzneimittel und hormonell wirkende Substanzen, für die Vermeidungsstrategien vorbereitet werden.

Für die Koordination im gesamten Rheineinzugsgebiet ist die Zusammenarbeit seit 2001 auf Österreich, Liechtenstein und die belgische Region Wallonien ausgedehnt worden, insbesondere um mit allen Partnern den Bewirtschaftungsplan für das Rheineinzugsgebiet gemäß Wasserrahmenrichtlinie auszuarbeiten.

Im Anschluss an das Festkolloquium findet die diesjährige Plenarsitzung der IKSR – ebenfalls im Kurfürstlichen Schloss – auf Einladung Deutschlands statt.

Am Vormittag des 30. Juni 2010, zwischen 9.30 und 13.30 Uhr, findet die 60-Jahre-Feier im Großen Saal des Kurfürstlichen Schlosses statt. Festansprachen des Präsidenten der IKSR, Jacques Sicherman, des ehemaligen Präsidenten Dietrich Ruchay und persönliche Eindrücke des früheren niederländischen Delegationsleiters Lodewijk van Ulden zum Zeitpunkt des Sandoz-Unfalls werden einen Rückblick auf 60 Jahre Gewässerschutz im Rheineinzugsgebiet und einen Ausblick auf die künftigen Herausforderungen im europäischen Gewässerschutz bieten. In Paneldiskussionen werden aktive und ehemalige IKSR-Kollegen/innen sowie Vertreter von Schützer- und Nutzergruppen die Themen „Lachs 2020“, „Wie rein ist der Rhein?“ und „Hochwasser und Klimawandel“ vielseitig beleuchten.


Weitere Informationen
Internationale Kommission zum Schutz des Rheins  (IKSR)

Ben van de Wetering
Tel: +49 (0)261 942525-17
Mobil: +49-170-4976861

Anne Schulte-Wülwer-Leidig
Tel. +49-(0)261-94252-19
Mobil  +49-171-322 65 82

Kurzbeschreibung der IKSR

In der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) arbeiten die Rheinanliegerstaaten Schweiz, Frankreich, Deutschland und Niederlande sowie Luxemburg und die Europäische Gemeinschaft auf der Basis eines völkerrechtlichen Übereinkommens zum Schutz des Rheins zusammen. Dem Präsidenten und den Gremien der IKSR steht ein international besetztes Sekretariat mit Sitz in Koblenz (Deutschland) zur Seite. Darüber hinaus unterstützt das Sekretariat die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (Richtlinie 2000/60/EG) und der europäischen Hochwasserrisikomanagementrichtlinie (Richtlinie 2007/60/EG). Die grenzüberschreitende Kooperation wurde zu diesem Zweck auf die Staaten Österreich, Liechtenstein und die belgische Region Wallonien ausgeweitet. Die Arbeitssprachen der IKSR sind Deutsch, Französisch und Niederländisch. Detaillierte Informationen zur IKSR finden Sie auf der IKSR-Website www.iksr.org.