IKSR – Internationale Kommission zum Schutz des Rheins

Bilanz von „Rhein 2020“ im Bereich Hochwasserrisikomanagement: Aktionsplan Hochwasser 1995-2020

Die Rheinanliegerstaaten haben den Aktionsplan Hochwasser (APH) zwischen 1995 und 2020 mit vielen Maßnahmen erfolgreich umgesetzt. Viele der bis 2020 geplanten Maßnahmen konnten effektiv und wirkungsvoll entsprechend den vorab geschätzten Kosten umgesetzt werden (vgl. Broschüre Bilanz APH/Rhein 2020 und 2. Internationalen Hochwasserrisikomanagementplan Rhein). Der finale Stand der Umsetzung ist der folgenden Tabelle zu entnehmen.

Die IKSR hat die Wirksamkeit von Maßnahmen auf die Reduzierung des Hochwasserrisikos mit Hilfe ihres FloRiAn-Tools bewertet.

Handlungsziele des Aktionsplans Hochwasser für das Zieljahr 2020 bezogen auf 1995

Ergebnisse der Umsetzung des APH bis 2020 im Vergleich zum Bezugsjahr 1995

1) Minderung der Hochwasserschadensrisiken um 25% bis 2020.

Erreicht

2) Minderung der Hochwasserstände - Minderung extremer Hochwasserstände um bis zu 70 cm bis 2020 unterhalb des staugeregelten Bereichs (60 cm durch Wasserrückhaltung am Rhein und etwa 10 cm durch Wasserrückhalt im Rheineinzugsgebiet)

Teilweise erreicht

3) Verstärkung des Hochwasserbewusstseins durch Aufstellung und Verbreitung von Hochwasserrisikokarten für 100 % der hochwassergefährdeten Flächen.

Erreicht

4) Verbesserung des Hochwassermeldesystems kurzfristige Verbesserung der Hochwassermeldesysteme durch internationale Zusammenarbeit. Verlängerung der Vorhersagezeiträume um 100% bis 2005

Erreicht

Der bereits im APH enthaltene Ansatz des Hochwasserrisikomanagements wurde konsequent im seit 2015 aufgestellten Internationalen Hochwasserrisikomanagement-Plan Rhein (HWRM-Plan) gemäß der europäischen Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL) weiterverfolgt. Neben den technischen Hochwasserschutzmaßnahmen und der Schaffung von Hochwasserrückhalteräumen und flussverbreiternden Maßnahmen und weiterer bis 2030 noch umzusetzenden Maßnahmen, die zu einer deutlichen Steigerung des Rückhaltevolumens am Rhein führen, stehen vor allem Maßnahmen zur Verringerung des Hochwasserrisikos wie z.B. die Verbesserung der Hochwasservorsorge und des Hochwasserbewusstseins  sowie eine möglichst frühzeitige Hochwasservorhersage und zeitnahe Informationen über Hochwasserstände im Vordergrund. Laut EU- Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie wird bei der Risikobetrachtung nicht nur der Schutz von Menschen und Wirtschaft, sondern auch die Umwelt und Kulturgüter einbezogen.

Die Auswirkungen des Klimawandels stellen eine zusätzlich Herausforderung für die Zukunft dar, da sich die Hochwassergefahr im Winter und die Niedrigwassergefahr im Sommer erhöhen könnten.

Die Rheinanliegerstaaten setzen also ihre Anstrengungen fort, die vom Hochwasser Betroffenen im Hinblick auf ihre Hochwassergefährdung zu sensibilisieren und auf Hochwasser vorzubereiten. Das vorrangige Ziel im Rheineinzugsgebiet bleibt, das Hochwasserrisiko in Zusammenarbeit mit den vielen Betroffenen und Akteuren weiter zu vermindern.