Bilanz von „Rhein 2020“ für die Bereiche Hochwasservorsorge und -schutz (1995-2005) – Aktionsplan Hochwasser

In den letzten zehn Jahren sind große Leistungen zur Verbesserung der Hochwasservorsorge und des Hochwasserschutzes im Rheingebiet erbracht worden.

Fast alle bis 2005 geplanten Maßnahmen konnten effektiv und wirkungsvoll mit ihrem vorab geschätzten Kostenaufwand umgesetzt werden. Die Schadensrisiken wurden im Vergleich zu 1995 vermindert und zusätzliches Rückhaltevolumen am Rhein geschaffen.

Die umgesetzten Wasserrückhaltemaßnahmen haben die angestrebte Minderung der Extremhochwasserspitzen um bis zu 30 cm jedoch nicht auf allen Rheinabschnitten erreicht. So nimmt die Wirkung der Rückhaltemaßnahmen stromabwärts mit zunehmender Flussbreite deutlich ab.

Das Ziel, bis 2005 die Vorhersagezeiträume an den einzelnen Rheinabschnitten zu verdoppeln, wurde vollständig erreicht, wenn auch nicht mit derselben Verlässlichkeit. Um Hochwasserschäden vermeiden zu können, ist eine möglichst frühzeitige, zeitnahe und langfristige Hochwasservorhersage von großer Bedeutung.

2007 bekräftigen die für den Rheinschutz zuständigen Ministerinnen und Minister sowie der Europäische Umweltkommissar die Notwendigkeit, die laufenden national aufgestellten und international abgestimmten Maßnahmen des Aktionsplans Hochwasser bis 2020 zügig und vollständig umzusetzen. Das Kommuniqué der Ministerkonferenz 2007 enthält die empfohlenen Maßnahmen.

Handlungsziele bis 2005 und 2020 (Bezugsjahr 1995)

Ergebnisse der Umsetzung bis 2005 (Bezugsjahr 1995)

Minderung der Schadensrisiken um 10 Prozent bis zum Jahr 2005 und um 25 Prozent bis 2020.

Die Schadensrisiken haben sich vermindert. Es zeigt sich eine Zweigliederung entlang des Rheins: auf nicht eingedeichten Rheinstrecken ergeben sich größere Minderungen als auf eingedeichten Streckenabschnitten.

Minderung der Hochwasserstände – Minderung der Extremhochwasserstände unterhalb des staugeregelten Bereichs am Oberrhein um bis zu 30 cm bis zum Jahr 2005 und bis zu 70 cm bis zum Jahr 2020.

Die angestrebte Reduzierung der Wasserstände im Rhein von bis zu 30 cm bei Extremhochwasser durch Maßnahmen seit 1995 wird am Oberrhein am Pegel Maxau erreicht. Am Mittel- und Niederrhein sowie im Rheindelta verringert sich die Minderung entsprechend.

Verstärkung des Hochwasserbewusstseins durch Erstellung und Verbreitung von Risikokarten für 100 Prozent der Überschwemmungsgebiete und der hochwassergefährdeten Bereiche bis zum Jahr 2005.

Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten (vgl. Rhein-Atlas 2001 der IKSR) haben zur Bewusstseinsbildung innerhalb der Bevölkerung beigetragen und sind ein sehr gutes Instrument für die Öffentlichkeitsarbeit. Sie sollten zukünftig in den gefährdeten Gebieten grundstücksbezogen erstellt werden und den Bürgerinnen und Bürgern leicht zugänglich sein.

Verbesserung des Hochwassermeldesystems – kurzfristige Verbesserung der Hochwassermeldesysteme durch internationale Zusammenarbeit. Verlängerung der Vorhersagezeiträume um 100 Prozent bis 2005.

Die angestrebte Verlängerung der Vorhersagezeiten um 100 Prozent wurde erreicht, jedoch nicht mit derselben Verlässlichkeit der kurzfristigeren Vorhersagen.

 

 

 

 

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