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Wanderfische

Die Gewässersysteme, die hinsichtlich ihrer Durchgängigkeit saniert wurden, weisen fast alle einen positiven Trend bei der Zahl der aus dem Meer rückkehrenden anadromen Wanderfische (Lachs, Meerforelle, Meer- und Flussneunauge, sporadisch der Maifisch) sowie der Naturvermehrung von Lachsen auf.

Lachse zum Beispiel haben ihre Hauptwachstumsphase im Meer, kehren aber zum Laichen in die Flüsse zurück. Dabei folgen sie ihrem Geruchssinn und ihrem Gedächtnis, das den Geruch der Heimatgewässer gespeichert hat. Diese Reise machen fast alle Tiere jedoch nur einmal im Leben, da sie sehr anstrengend ist. Beim Aal ist die Wanderrichtung umgekehrt, er lebt die längste Zeit im Fluss und laicht im Meer.

Lachs-Zyklus
Lachs-Zyklus - zum Vergrößern bitte klicken

Die Bestände des Aals sind sehr stark zurückgegangen. Seit Beginn der 1980er Jahre ist der Zuzug der Glasaale an die europäischen Küsten auf wenige Prozent des langjährigen Mittelwertes zurückgegangen. Die Ursachen für diesen starken Rückgang sind vielfältig: Habitatverlust durch Gewässerausbau, Einschränkung des Aufstiegs durch Querbauwerke, Verlust von abwandernden Blankaalen an Wasserkraftwerken und Parasiten (Anguillicola crassus), Fischerei auf Glasaale, Gelbaale, Blankaale etc. Auch Veränderungen im marinen Lebensraum, vermutlich hervorgerufen durch den Klimawandel, können sich negativ auf die Population des europäischen Aals auswirken. Zum Schutz und künftigen Management der gefährdeten Aalpopulationen in Europa hat die Europäische Union im Juni 2007 eine Verordnung (Nr. 1100/2007 EG) erlassen, die die Wiederauffüllung der Aalbestände und eine Verringerung der anthropogen verursachten Mortalität der Aale in den Fokus stellt. Gemäß dieser Verordnung haben alle EU-Mitgliedstaaten mit natürlichen Aalvorkommen bis Ende 2008 nationale Aalbewirtschaftungspläne aufgestellt und der EU-Kommission zugeleitet. Diese sind in dem Bericht Nr. 207 „Nationale Maßnahmen gemäß EU-Aalverordnung (EG-Verordnung Nr. 1100/2007) im Rheineinzugsgebiet 2010-2012“ zusammengefasst.

Masterplan Wanderfische Rhein -  Fortschrittsbericht  2012

Zielarten des Wanderfischprogramms der IKSR

Wanderfischarten
Wanderfischarten - zum Vergrößern bitte klicken
  • Atlantischer Lachs (natürliche Vermehrung)
  • Meerforelle (Bestände nehmen zu)
  • Maifisch (einzelne Rückkehrer,
    Wiedereinführungsprogramm läuft)
  • Finte (einzelne Rückkehrer)
  • Nordseeschnäpel (natürliche Vermehrung)
  • Nase (natürliche Vermehrung)
  • Gemeiner Stör (im Rhein verschollen)
  • Meerneunauge (natürliche Vermehrung)
  • Flussneunauge (Bestände nehmen zu)
  • Aale (Bestand in Europa gefährdet)
Springender Lachs versucht eine Staustufe zu überwinden
Springender Lachs an der Sieg-Staustufe (Foto: Horst Stolzenburg)

Karten

Historische Lachsgewässer
Historische Lachsgewässer
Aufwärtspassierbarkeit für Wanderfische

 

Ein Klick auf die oben stehenden Grafiken öffnet jeweils das PDF für die Karte mit den historischen Lachsgewässern (5,25 MB) bzw. für die Karte zur „Aufwärtspassierbarkeit für Wanderfische“ (1,67 MB)