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Bilanz von „Rhein 2020“ im Bereich Hochwasserrisikomanagement (1995-2010) Aktionsplan Hochwasser

Die Rheinanliegerstaaten haben den Aktionsplan Hochwasser (APH) zwischen 1995 und 2010 mit vielen Maßnahmen erfolgreich umgesetzt. Viele der bis 2010 geplanten Maßnahmen konnten effektiv und wirkungsvoll entsprechend den vorab geschätzten Kosten umgesetzt werden (vgl. IKSR-Fachbericht Nr. 200). Der aktuelle Stand der Umsetzung ist der folgenden Tabelle zu entnehmen.

Handlungsziele des Aktionsplans Hochwasser für das Zieljahr 2020 bezogen auf 1995 

Ergebnisse der Umsetzung des APH bis 2010 im Vergleich zum Bezugsjahr 1995 

1) Minderung der Hochwasserschadensrisiken um 25% bis 2020.

2005 wurde aufgrund grober Abschätzungen eine Verringerung der Schadenrisiken gegenüber dem Zustand von 1995 festgestellt. In den nicht eingedeichten Rheinstrecken liegt die Verringerung im Bereich des gesteckten Ziels, in den eingedeichten Strecken ist sie jedoch deutlich geringer. 2014 werden neue und detailiertere Ergebnisse erwartet.

2) Minderung der Hochwasserstände - Minderung extremer Hochwasserstände um bis zu 70 cm bis 2020 unterhalb des staugeregelten Bereichs (60 cm durch Wasserrückhaltung am Rhein und etwa 10 cm durch Wasserrückhalt im Rheineinzugsgebiet)Die größte Wirkung zur Minderung der Hochwasserstände entlang des Rheins haben die am Rhein selbst realisierten Rückhaltemaßnahmen . 2010 steht am Rhein ein Rückhaltevolumen von rund 230 Mio. m3 zur Verfügung. Damit und mit den derzeitig geplanten Maßnahmen kann das angestrebte Maximalziel von 60 cm jedoch nur punktuell und nur für wenige Hochwasser erreicht werden. Ein durchgehendes Erreichen des gesteckten Ziels wäre nur mit weiteren Rückhalteräumen bzw. in Kombination mit Maßnahmen zur Verbesserung des Abflusses möglich.

3)  Verstärkung des Hochwasserbewusstseins durch Aufstellung und Verbreitung von Hochwasserrisikokarten für 100 % der hochwassergefährdeten Flächen. 

Das Ziel wurde für den Hauptstrom des Rheins erreicht. Die seit 2001 verfügbaren Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten (vgl. IKSR-Rheinatlas 2001) konnten das Risikobewusstsein der Bevölkerung erhöhen und stellen ein hervorragendes Sensibilisierungsmittel dar. Die Staaten haben zudem auch viele andere Sensibilisierungsmaßnahmen umgesetzt. Der Atlas ist 2015  anhand neuer nationaler Daten aktualisiert worden (siehe hier)

4) Verbesserung des Hochwassermeldesystems kurzfristige Verbesserung der Hochwassermeldesysteme durch internationale Zusammenarbeit. Verlängerung der Vorhersagezeiträume um 100% bis 2005

Die Vorhersagezeiträume wurden bereits bis 2005 am Ober- und Mittelrhein von 24 auf 48 Stunden und am Niederrhein von 48 auf 96 Stunden verlängert. Trotz vieler neuer Entwicklungen in den letzten Jahren ist bei verlängerten Vorhersagezeiträumen jedoch nicht von der derselben Verlässlichkeit auszugehen wie bei kurzfristigeren Vorhersagen.

 

Der bereits im APH enthaltene Ansatz des Hochwasserrisikomanagements wird konsequent im bis 2015 aufzustellenden Hochwasserrisikomanagement-Plan Rhein (HWRM-Plan) gemäß der europäischen Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL) weiterverfolgt. Neben den technischen Hochwasserschutzmaßnahmen und der Schaffung von Hochwasserrückhalteräumen und flussverbreiternden Maßnahmen und weiterer bis 2020 noch umzusetzenden Maßnahmen, die zu einer deutlichen Steigerung des Rückhaltevolumens am Rhein führen, stehen vor allem Maßnahmen zur Verringerung des Hochwasserrisikos wie z.B. die Verbesserung der Hochwasservorsorge und des Hochwasserbewusstseins  sowie eine möglichst frühzeitige Hochwasservorhersage und zeitnahe Informationen über Hochwasserstände im Vordergrund. Laut EU- Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie wird bei der Risikobetrachtung nicht nur der Schutz von Menschen und Wirtschaft, sondern auch die Umwelt und Kulturgüter einbezogen.

Die Auswirkungen des Klimawandels stellen eine zusätzlich Herausforderung für die Zukunft dar, da sich die Hochwassergefahr im Winter und die Niedrigwassergefahr im Sommer erhöhen könnten.

Die Rheinanliegerstaaten setzen also ihre Anstrengungen fort, die vom Hochwasser Betroffenen im Hinblick auf ihre Hochwassergefährdung zu sensibilisieren und auf Hochwasser vorzubereiten. Das vorrangige Ziel im Rheineinzugsgebiet bleibt, das Hochwasserrisiko in Zusammenarbeit mit den vielen Betroffenen und Akteuren weiter zu vermindern.

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 (23. 03. 2017)
 
Der Rhein ist die wichtigste Kultur- und Handelsachse Mitteleuropas, In seinem Einzugsgebiet leben 58 Millionen Menschen in neun Staaten.  (23. 03. 2017)
 
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