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07.07.2016

IKSR-innovatives Nachweisinstrument für die Wirksamkeit von Hochwasservorsorgemaßnahmen

Mit einem neuen IKSR-Instrument kann die Wirksamkeit von Hochwasservorsorgemaßnahmen am Rhein quantitativ nachgewiesen werden. Die durchgeführten Berechnungen zeigen, dass das 1998 festgelegte ehrgeizige Ziel des Aktionsplans Hochwasser, die Hochwasserrisiken im Zeitraum 1995 bis 2020 um 25 % zu verringern, mit den bereits umgesetzten und bis 2020 vorgesehenen Maßnahmen erreicht wird. Dieses Instrument könnte auch für andere Flussgebietskommissionen interessant sein. Die IKSR stellt das neu entwickelte Instrument einschließlich der zu Grunde liegenden Methoden auf Wunsch auch anderen Staaten bzw. deren Behörden oder wissenschaftlichen Einrichtungen zur Verfügung.

Es gibt weitere Schritte bei der ökologischen Durchgängigkeit: Erstmals sind 2015 am Fischpass Iffezheim am Oberrhein mehr als 200 Lachse aufgestiegen und an der Staustufe Straßburg ist seit Kurzem der dritte große Oberrhein-Fischpass funktionsfähig. Seit Mai 2016 ist auch die Fischwanderung zwischen Nordsee und IJsselmeer über einen neuen Fischpass und fischfreundlichen Siel- und Schleusenbetrieb deutlich verbessert worden.

Echternach, 7./8. Juli 2016
Die IKSR hat sich in ihrer Plenarsitzung im luxemburgischen Echternach mit folgenden Themen befasst: Einem Nachweisinstrument für die quantitative Erfassung der Wirksamkeit von Hochwasservorsorgemaßnahmen, Fragen der ökologischen Durchgängigkeit von Fließgewässern für Fische und mit der Arbeitsplanung für den Zeitraum 2016-2021.

Die Reduzierung der Hochwasserrisiken um 25 % zwischen 1995 und 2020 für wirtschaftliche Aktivitäten konnte mit dem IKSR-Nachweisinstrument belegt werden. Aus überregionaler Sicht heißt dies: Insbesondere Maßnahmen zur Erhöhung des Wasserrückhalts direkt am Rheinstrom wie der Bau von Hochwasserrückhalteräumen, Deichrückverlegungen und Maßnahmen, die dem Fluss mehr Raum geben, sind besonders wirksam. Und sie werden mit künftig häufiger auftretenden kleinen und mittleren Hochwasserereignissen als Folgen des Klimawandels noch wichtiger. Gleichfalls konnte damit gezeigt werden, dass bei der Hochwasserrisikominderung die Sicherung und Evakuierung von vom Hochwasser betroffenen Personen eine wichtige Rolle spielt. Der Bericht zur Anwendung dieses Instruments am Rhein stellt transparent die Vorteile und die noch zu verbessernden Punkte dar.

Erstmals sind 2015 über 200 Lachse am Fischpass in Iffezheim (am Oberrhein) aufgestiegen. Im gesamten Einzugsgebiet sind mehr als 700 laichreife Lachse nachgewiesen worden, die auf dem Weg in ihre Heimatgewässer waren. Das sind positive Nachrichten wie auch die offizielle Inbetriebnahme des Fischpasses in Straßburg im Mai 2016, die den Oberrhein ein weiteres Stück öffnet. Die für die Durchgängigkeit des Oberrheins 2015 eingesetzte Projektgruppe diskutiert weiterhin intensiv eine nachhaltige technische Lösung zur Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit im Bereich Vogelgrün/Breisach und an den Staustufen Rhinau und Marckolsheim. Eine absehbare ökologische Durchgängigkeit auch in diesem wichtigen Rheinabschnitt wäre ein positiver Beitrag auch zur Erhöhung der Artenvielfalt.

Ferner hat die IKSR einen aktualisierten Arbeitsplan mit fortgeschriebenen und neuen Aufgaben beschlossen, der die Aktivitäten für den Zeitraum 2016-2021 festgelegt. Demnach wird sich die IKSR künftig auch mit dem Thema Niedrigwasser im Rheineinzugsgebiet befassen.


Weitere Informationen

Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR)
Anne Schulte-Wülwer-Leidig
Mobil: +49-151-17520589
www.iksr.org

Kurzinformation

In der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) arbeiten die Rheinanliegerstaaten Schweiz, Frankreich, Deutschland und Niederlande sowie Luxemburg und die Europäische Gemeinschaft auf der Basis eines völkerrechtlichen Übereinkommens zum Schutz des Rheins zusammen. Dem Präsidenten (derzeit der Niederländer Gustaaf Borchardt) und den Gremien der IKSR steht ein international besetztes Sekretariat mit Sitz in Koblenz (Deutschland) zur Seite. Darüber hinaus unterstützt das Sekretariat die Staaten im Rheineinzugsgebiet, die die europäische Wasserrahmenrichtlinie (Richtlinie 2000/60/EG) und die europäische Hochwasserrisikomanagementrichtlinie (Richtlinie 2007/60/EG) umsetzen. Die grenzüberschreitende Kooperation wurde zu diesem Zweck auf die Staaten Österreich, Liechtenstein und die belgische Region Wallonien ausgeweitet. Die Arbeitssprachen der IKSR sind Deutsch, Französisch und Niederländisch. Detaillierte Informationen zur IKSR finden Sie auf der IKSR-Website www.iksr.org.



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